Die kurze Antwort
Ja — in 80 % der Fälle. Aber nicht aus dem Grund, den viele denken.
Die Kombination Photovoltaik + Wärmepumpe wird wirtschaftlich nicht primär durch Eigenverbrauch im Winter, sondern durch:
- erhöhten Sommer-Eigenverbrauch durch die Wärmepumpe (Warmwasser-Bereitung)
- Gemeinsame Förderkulisse mit zusätzlichen Boni
- Energieautarkie und Schutz vor Strompreis-Schwankungen
Warum Eigenstrom im Winter ein Mythos ist
Wenn die Heizung am stärksten zieht (Dezember–Februar), produziert die PV-Anlage am wenigsten — etwa 5–15 % ihrer Jahresleistung. Das heißt: in der Heizperiode kommt Ihr Strom überwiegend aus dem Netz, nicht vom Dach.
Eine typische 10-kWp-PV-Anlage produziert in Oberösterreich:
- Jan/Feb: 200–400 kWh/Monat
- Juli: 1.300–1.600 kWh/Monat
Eine Wärmepumpe verbraucht im Januar oft 800–1.500 kWh. Eigenverbrauchsquote im Winter: 15–25 %.
Wo die Kombi wirtschaftlich gewinnt
Sommer-Warmwasser
Eine moderne Wärmepumpe macht das Warmwasser bei Bedarf hoch — direkt mittags, wenn die PV produziert. Eigenverbrauch im Sommer steigt von ca. 30 % (ohne WP) auf 50–70 % (mit WP + smartem Heizstab oder Warmwasser-Speicher).
Bei aktuellen Einspeisetarifen (~6–8 ct/kWh) und Strom-Bezugspreisen (~25–30 ct/kWh) ist jeder selbst verbrauchte kWh 15–25 ct wert statt 6–8 ct verkauft.
Smarte Steuerung („PV-Überschuss-Modus”)
Moderne Wärmepumpen mit SG-Ready-Schnittstelle lassen sich von der PV-Steuerung „triggern”: wenn Überschuss vorhanden, geht die WP gezielt in den Lade-Modus für den Pufferspeicher.
Praktische Mehr-Autarkie: +10 bis +15 Prozentpunkte Eigenverbrauchsquote, jährlich oft 300–500 € zusätzliche Ersparnis.
Batteriespeicher — meist nicht nötig
Die Versuchung ist groß, gleich noch einen Batteriespeicher dazuzunehmen. Wirtschaftlich gerechnet: meist nicht sinnvoll. Eine Batterie kostet aktuell 8.000–15.000 € (10 kWh) und amortisiert sich oft über 12–15 Jahre — länger als ihre Garantie.
Ausnahme: wenn Sie auch Notstromfähigkeit wollen (bei Ausfällen).
Was die Förderung 2026 dazu sagt
Aktuell laufen mehrere Töpfe parallel:
- PV-Förderung (OEMAG / Klima- und Energiefonds) — Investitionszuschuss
- „Sauber Heizen für Alle” — Wärmepumpen-Tausch
- Sanierungsbonus — wenn gleichzeitig gedämmt wird
- Energie-Gemeinschaft (regional) — gemeinsam Strom verteilen
Die Kombination aus PV-Förderung und WP-Förderung lässt sich oft maximieren, wenn beides im gleichen Förderjahr beantragt wird. Wir beraten neutral, was sich für Ihre Konstellation rechnet.
Realistische Investition für Einfamilienhaus
| Komponente | Investition | Förderung möglich |
|---|---|---|
| Luft-Wärmepumpe (10 kW) | 22.000 € | bis 75 % |
| PV-Anlage 8 kWp | 12.000 € | bis 30 % |
| Smarte Steuerung / SG-Ready | 800 € | im Paket |
| Pufferspeicher 500 l | 2.500 € | im WP-Paket |
| Gesamt brutto | 37.000 € | |
| Nach Förderung netto | 18.000–24.000 € |
Amortisation: 8–12 Jahre gegenüber Gasheizung-Beibehaltung.
Wann sich’s nicht lohnt
- Sehr alte, ungedämmte Häuser mit Vorlauftemperaturen über 60 °C
- Süd-/Süd-West-Dachfläche kleiner 25 m²
- Wenig Eigenverbrauch (z.B. Pendler-Familie, ganztägig nicht zuhause)
Ablauf bei uns
Wir machen WP und Sanitär. PV-Module installieren wir nicht selbst, arbeiten aber mit zwei Partnerbetrieben in Linz zusammen. Sie bekommen ein Gesamtpaket aus einer Hand:
- Wärmebedarfs- und Dachflächen-Analyse — passt das Setup zum Haus?
- Gemeinsames Angebot WP + PV mit kombinierter Förderkalkulation
- Koordination der Gewerke — wir stimmen den Bauplan ab
- Inbetriebnahme und SG-Ready-Verdrahtung
- Wartung & Service — wir bleiben Ansprechpartner
Weiterführend
- Wärmepumpentausch — wie wir das umsetzen
- Förderrechner Wärmepumpe — grobe Schätzung der Förderhöhe
- Wärmepumpe statt Gasheizung 2026 — Grundsatzfragen zum Tausch
Persönliche Beratung: 0732 / 99 72 23 oder Kontaktformular.